Unternehmen definieren ihren Zweck oft über ein Leitbild. Für mich ist der Zweck von ImagineHealth untrennbar mit einer Person verbunden: Gabriel Iordache – „Gabi“ – einem Patienten, der zu einem Freund, Kollegen und einer dauerhaften Inspirationsquelle wurde.

Seine Geschichte hat mich gelehrt, was es bedeutet, stets nach neuen Möglichkeiten zu suchen, ohne dabei Ehrlichkeit, Würde oder die Realitäten, mit denen ein Patient konfrontiert ist, aus den Augen zu verlieren.

Ein Leben, das sich mit vierzehn Jahren veränderte

Gabi erlitt im Alter von vierzehn Jahren bei einem Tauchunfall eine Rückenmarksverletzung. Die Verletzung führte zu einer Tetraplegie und veränderte jeden Aspekt der Zukunft, die er sich vorgestellt hatte.

Als ich ihn Jahre später in Qingdao, China, traf, suchte er nach einer regenerativen Behandlung. Was zuerst auffiel, war nicht sein Gesundheitszustand, sondern sein Optimismus. Er hatte sein Studium abgeschlossen, eine Karriere aufgebaut, seine Eltern unterstützt und sich unter Umständen, die für die meisten Menschen kaum vorstellbar wären, ein erfülltes Leben geschaffen.

Gabi Iordache im Kreis von Freunden und Mitgliedern seines Behandlungsteams
Gabis Weg durch das Gesundheitssystem brachte Familie, Freunde und Fachleute über Ländergrenzen hinweg zusammen.

Vom Patienten zum Freund

Ich hatte bereits mit vielen internationalen Patienten gearbeitet, doch Gabi veränderte mein Verständnis von „Facilitation“ – der Begleitung und Vermittlung im Gesundheitswesen. Er war gut informiert, entschlossen und bereit zu reisen, weil er an die Möglichkeit einer Alternative glaubte. Zudem wusste er mit Ungewissheit umzugehen.

Unsere Verbindung blieb bestehen, während wir uns mit Entwicklungen in der Neuromodulation und der Versorgung bei Rückenmarksverletzungen auseinandersetzten. Später schloss sich Gabi unserem Team an und nutzte seine eigenen Erfahrungen, um anderen Patienten zu helfen, schwierige Entscheidungen mit mehr Verständnis zu treffen.

Der Maßstab, den er setzte

Gabi verstarb 2020 an einer Infektionskrankheit. ImagineHealth war zu diesem Zeitpunkt noch eine Idee, doch die zugrundeliegenden Prinzipien hatten sich bereits herauskristallisiert.

Menschen, die sich fernab der Heimat um medizinische Versorgung bemühen, brauchen mehr als nur Zugang. Sie brauchen jemanden, der bereit ist zuzuhören, zu erklären, zu koordinieren und an ihrer Seite zu bleiben – ohne Versprechungen zu machen, die die Medizin nicht garantieren kann.

Eine Mission, die fortlebt

ImagineHealth existiert, um Menschen und Organisationen dabei zu unterstützen, glaubwürdige Möglichkeiten voranzubringen. Wir schätzen Innovation, legen aber ebenso großen Wert auf Vertrauen und Offenheit.

Gabis Entschlossenheit erinnert mich immer wieder daran, warum dieses Gleichgewicht so wichtig ist. Seine Geschichte ist kein Plädoyer für eine bestimmte Behandlung. Sie ist der menschliche Beweggrund dafür, dass wir uns weiterhin fragen, wie Wege durch das Gesundheitssystem mit mehr Klarheit, Empathie und Verantwortung gestaltet werden können.